Rheinland-Pfalz, JVA Diez

Schwerer Vorwurf gegen einen Gefangenen der JVA Diez. Während eines Besuches soll ein 35-jähriger, wegen eines Tötungsdeliktes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilter Gefangener, seine Ehefrau, die ihn mit ihren beiden Kindern besucht hatte, vergewaltigt haben und sie zudem mit einer Scherbe mehrfach verletzt haben. Lebensgefährliche Verletzungen würden nicht bestehen. Die genauen Hintergründe sind allerdings noch unklar. Es sollen sich 4 weitere Besucher im Besuchsraum aufgehalten haben, denen jedoch nichts aufgefallen sein soll. Ein Sprecher der JVA teilte mit, dass man sich nicht erklären könne, wie es zu dem Vorfall gekommen sei. Dieses werde man untersuchen.

Ungeachtet dieses und auch anderer bekanntgewordener Vorfälle vergleichbarer Art, weist PrisonWatch darauf hin, dass es sich hier um absolute Ausnahmefälle handelt. Der Großteil der Besuche, insbesondere Langzeitbesuche, verläuft ohne Auffälligkeiten. Besuche und Langzeitbesuche sind zentraler Bestandteil dafür, das der Gefangene sich nach einer Haftentlassung wieder eingliedern kann. Soziale Kontakte sind von enormer Bedeutung und derartige Vorfälle sind nicht geeignet, Aussagen über eine Gefährlichkeit der Besuche zu treffen. Derartige Vorfälle können leider überall geschehen.

    Kommentare

    Hauptsache weggesperrt.


    Die Situation der Gefangenen in Deutschland bleibt weitgehend unbeobachtet. Das Strafvollzugssystem ist ein in sich geschlossenes System, dass allenfalls Aufmerksamkeit findet, wenn gravierende Vorfälle geschehen. PrisonWatch durchbricht diese Schranken, indem auf die Situation der Gefangenen aufmerksam gemacht wird. In ausführlichen Berichten wird die Situation des Strafvollzuges dargestellt und ergangene Rechtsprechung besprochen und kommentiert.