Nordrhein-Westfalen, JVA Kleve, Zu Unrecht inhaftierter Gefangener nach Zellenbrand gestorben

Ein zu Unrecht inhaftierter Mann ist nach einem Feuer in seiner Gefängniszelle gestorben. Das hat die Staatsanwaltschaft in Kleve am 01.10.2018 mitgeteilt. Demnach soll der 26-jährige Syrer unschuldig in der JVA Kleve gewesen sein und Mitte September ein Feuer in seiner Zelle gelegt haben. Die Staatsanwaltschaft hatte Ermittlungen gegen mehrere Polizisten wegen des Verdachts der Freiheitsberaubung eingeleitet. Am 28.03.2018 war bekannt geworden, dass der Mann möglicherweise Opfer einer Namensverwechslung geworden war. Der Mann befand sich zum Zeitpunktdes Feuers bereits seit rund zwei Monaten in Haft.

Anmerkung PrisonWatch: Wir haben in der letzten Zeit vermehrt über Brände in den Haftanstalten berichtet und sehen die Entwicklung mit großer Sorge.

Den Ausgang der Ermittlungen in diesem Fall werden wir sehr genau beobachten und darüber berichten. Der Rechtsausschuss des Landtages beschäftigt sich bereits mit dem Vorgang und spricht von einem Justizskandal. Wir erinnern an dieser Stelle auch an die Ereignisse hinsichtlich der JVA Diez/Landgericht Limburg, (PrisonWatch berichtete) wo zwei JVA Beamte wegen fahrlässiger Tötung verurteilt wurden, weil sie einen Gefangenen in den offenen Vollzug überwiesen, der dann während eines Ausganges ein Auto stahl und bei einer Polizeikontrolle flüchtete und während dieser Flucht einen Unfall verursachte, wobei eine junge Frau zu Tode kam. Gemessen an dem Fall müsste man nun die Polizeibeamten, die den Mann hier zu Unrecht inhaftierten, ebenfalls wegen fahrlässiger Tötung verurteilen.

    Kommentare 1

    • Nur Leider, wird es auch hier, wie so oft, bei einem Aktenvermerk bleiben, fürchte ich.

    Hauptsache weggesperrt.


    Die Situation der Gefangenen in Deutschland bleibt weitgehend unbeobachtet. Das Strafvollzugssystem ist ein in sich geschlossenes System, dass allenfalls Aufmerksamkeit findet, wenn gravierende Vorfälle geschehen. PrisonWatch durchbricht diese Schranken, indem auf die Situation der Gefangenen aufmerksam gemacht wird. In ausführlichen Berichten wird die Situation des Strafvollzuges dargestellt und ergangene Rechtsprechung besprochen und kommentiert.