Baden-Württemberg, JVA Schwäbisch-Gmünd, Jugendamt Ostalbkreis, JVA beteiligt sich offenbar an Handel mit Neugeborenen von Inhaftierten

Die inhaftierte Mutter wurde bei der Geburt in der Klinik von fünf (!) Volzugsbeamtinnen begleitet. Unmittelbar nach der Geburt wurde sie in ihrem Bett gewaltsam zurückgedrückt, so dass sie keine Möglichkeit hatte, ihr Kind im Arm zu halten. Das Kind wurde auch sofort in einen anderen Raum verbracht. Zudem gibt es belastbare Anhaltspunkte dafür, dass das Kind bereits im Vorfeld für eine Familie vorgesehen war, die es adoptieren wollte. Diese Familie soll bereits zuvor ein anderes Kind erhalten haben, das ihnen jedoch nicht genehm war. Das Jugendamt wäre im Vorfeld gesetzlich verpflichtet gewesen, da hier eine absoluter Richtervorbehalt gilt, das Familiengericht anzurufen. Hierfür hatte es Monate Zeit. Dieses ist aber gerade nicht geschehen, was dafür spricht, dass das Kind um jeden Preis an die anvisierte Familie gegeben werden sollte. Das Kind wurde letztlich rechtswidrig und wohl auch strafbar, der Mutter entzogen, um so die Voraussetzungen für eine "kalte" Adoption zu schaffen obwohl die Voraussetzungen dafür zu keinem Zeitpunkt vorgelegen haben. Die Begründung der JVA an das Jugendamt, zur Sorgerechtsfähigkeit der Mutter, welche das Jugendamt übernommen hat, waren willkürlich und konnten die Gerichte auch nicht überzeugen. Die Staatsanwaltschaft Ellwangen hat bereits Ermittlungen in der Sache aufgenommen. Hier steht auch der Verbrechenstatbestand der Entziehung Minderjähriger im Raum, an den sich offenbar sowohl das Jugendamt, als auch die JVA, gemeintschaftlich handelnd, beteiligt haben. Die stellvertretende Leiterin der JVA Schwäbisch-Gmünd, die im Zusammenhang mit einem Suizid eines JVA Beamten vor Jahren bereits Gerüchten des Mobbing ausgesetzt war, die sich letztlich aber nicht belastbar beweisen ließen, scheint hier für die JVA verantwortlich zu sein. Die Staatsanwaltschaft wird ihre Ermittlungen auch die Richtung zu führen haben, welche Gespräche es zu welchem Zeitpunkt im Vorfeld zwischen Jugendamt, anvisierter Adoptionsfamilie und JVA gab. Das Kind sollte nach drei Tagen in der Klinik entlassen werden, doch die anvisierte Adoptionsfamilie befand sich zu diesem Zeitpunkt noch im Urlaub. Deswegen musste das Kind zunächst in einer Bereitschaftspflege untergebracht werden. Nur diesem glücklichem Zufall ist es zu verdanken, dass diese Familie das Kind nicht erhalten hat. Derzeit befindet sich das Kind immer noch in der Bereitschaftspflege, weil die JVA sich vehement weigert, offensichtlich aus sachfremden Erwägungen, und trotz richtlicher Verfügungen, Mutter und Kind auf einer Mutter-Kind-Abteilung unterzubringen, auf der sich auch freie Plätze befinden. Und es ist zu vermuten, dass die anvisierte Adoptionsfamilie das Kind nun auch nicht mehr will, weil es nicht mehr "frisch" genug ist. Es scheint Indizien dafür zu geben, dass hier vorsätzlich und vor allem in Kenntnis dessen, dass das Vorgehen nicht zulässig und wohl auch strafbar ist, gehandelt wurde. Im Ergebnis liegt es so, dass hier offenbar ein Handel mit Neugeborenen stattfindet. Und dies in Deutschland! Inzwischen befassen sich auch mehrere Gerichte mit der Angelegenheit. PrisonWatch vordert das Justizministerium in Baden-Württemberg auf, einzuschreiten, damit Mutter und Kind endlich vereint sind. Nach unseren Recherchen zum Thema müssen wir feststellen, dass es zahlreiche Fälle gibt, in denen Inhaftierten Müttern ihre Neugeborenen weggenommen werden und dieses vor der Öffentlichkeit vollkommen ferngehalten wird. Wir jedenfalls werden weiter darüber berichten.

    Hauptsache weggesperrt.


    Die Situation der Gefangenen in Deutschland bleibt weitgehend unbeobachtet. Das Strafvollzugssystem ist ein in sich geschlossenes System, dass allenfalls Aufmerksamkeit findet, wenn gravierende Vorfälle geschehen. PrisonWatch durchbricht diese Schranken, indem auf die Situation der Gefangenen aufmerksam gemacht wird. In ausführlichen Berichten wird die Situation des Strafvollzuges dargestellt und ergangene Rechtsprechung besprochen und kommentiert.