Niedersachsen, JVA Meppen Mehr Plätze für Sicherungsverwahrte in Niedersachsen

Niedersachsen schafft mehr Plätze für Sicherungsverwahrte. Auf dem Gelände der JVA Meppen wurde am 17.09.2018 eine neue Abteilung für Sicherungsverwahrte eröffnet. Landesweit befinden sich laut Justizministerium 52 Menschen in Sicherungsverwahrung. 43 davon in der Abteilung der JVA Rosdorf bei Göttingen. 9 Verwahrte befinden sich in sozialtherapeutischen Abteilungen anderer Vollzugsanstalten. Die Baukosten für die 10 in Meppen errichteten Plätze betragen 2 Mio. Euro. Die Abteilung in Rosdorf mit 45 Plätzen wurde erst 2013 in Betrieb genommen. Auch in anderen Bundesländern haben bereits solche Erweiterungen stattgefunden. Es zeigt sich, dass die Tendenz dahingeht, immer mehr Sicherungsverwahrung zu verhängen und auch zu vollstrecken. Die Zahlen steigen permanent. Dieses obwohl die Sicherungsverwahrung Ultima Ratio sein soll. Trotz Rückgang der Kriminalität insgesamt befinden sich die Zahlen der Personen, gegen die Sicherungsverwahrung verhängt wurde auf einem historischen Höchststand. PrisonWatch kritisiert die massive Ausweitung der Sicherungsverwahrung als populistisch. Sie ist nicht erforderlich. Vielmehr sollte der Staat in die Behandlung der Gefangenen investieren.

    Kommentare

    Hauptsache weggesperrt.


    Die Situation der Gefangenen in Deutschland bleibt weitgehend unbeobachtet. Das Strafvollzugssystem ist ein in sich geschlossenes System, dass allenfalls Aufmerksamkeit findet, wenn gravierende Vorfälle geschehen. PrisonWatch durchbricht diese Schranken, indem auf die Situation der Gefangenen aufmerksam gemacht wird. In ausführlichen Berichten wird die Situation des Strafvollzuges dargestellt und ergangene Rechtsprechung besprochen und kommentiert.