Deutschland, Strafvollzug, Suizide in Haft haben in 2020 massiv zugenommen

PrisonWatch hatte bereits im Jahr 2020 darauf hingewiesen, dass die enormen, insbesondere Besuchseinschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie zu mehr Suiziden führen werden. Darauf hatten die Länder nahezu einstimmig geantwortet, dass sie dieses nicht erblicken würden. Nach Abschluss unserer Länderumfrage bestätigt sich unsere Einschätzung. Es gab im Jahr 2020 mindestens 37 mehr Suizide in Haft als im Jahr 2019, was erheblich ist. Den höchsten Anstieg hatte NRW, wo die Zahlen von 11 im Jahr 2019, auf 23 im Jahr 2020 angestiegen sind. Auch Berlin hat 8 Fälle in 2020 gemeldet, in 2019 waren es 0. Niedersachsen (2 in 2019) und Bayern (7 in 2019), haben jeweils einen anstieg von 5 Fällen gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen. Ob es auch ohne die Besuchseinschränkungen zu 37 Todesfällen aufgrund einer Corona Infektion gekommen wäre, ist mehr als fraglich. Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg haben unsere Anfrage nicht beantwortet.

    Hauptsache weggesperrt.


    Die Situation der Gefangenen in Deutschland bleibt weitgehend unbeobachtet. Das Strafvollzugssystem ist ein in sich geschlossenes System, dass allenfalls Aufmerksamkeit findet, wenn gravierende Vorfälle geschehen. PrisonWatch durchbricht diese Schranken, indem auf die Situation der Gefangenen aufmerksam gemacht wird. In ausführlichen Berichten wird die Situation des Strafvollzuges dargestellt und ergangene Rechtsprechung besprochen und kommentiert.