Niedersachsen, Landgericht Göttingen, Weiterer Prozess gegen Gefangene wegen Handel mit „Spice“

Vor dem Landgericht Göttingen hat ein weiterer Prozess um Verstöße gegen das „Neuen-psychoaktive-Stoffe-Gesetz“ (NpS) gegen zwei Gefangene und eine 24-jährige Frau begonnen. Ihnen wird vorgeworfen, von Oktober 2019 bis März 2020 Handel mit „Spice“ in der JVA betrieben zu haben und dabei 75.000 € erlangt zu haben. Bereits Anfang Mai gab es vom Landgericht Göttingen hohe Haftstrafen gegen einen 33-jährigen Gefangenen und eine 38-jährige Frau. Der Gefangene wurde wegen Handeltreibens in zwei Fällen zu einer Haftstrafe von 5 Jahren verurteilt. Die Frau erhielt eine Haftstrafe von 6 Jahren und 9 Monaten wegen elf Fällen. Die neuen psychoaktiven Stoffe haben in den JVAen die Markhoheit übernommen. Es gibt sie in allen deutschen Haftanstalten.


Mit den Stoffen werden inzwischen Unsummen in den JVAen verdient. Zudem sind sie nur schwer aufzuspüren, da sie in der Regel auf Papier aufgetragen werden und unsichtbar sind. Nach Schätzungen werden damit pro Jahr rund 3 Millionen Euro in den Haftanstalten umgesetzt. Tendenz steigend…

    Hauptsache weggesperrt.


    Die Situation der Gefangenen in Deutschland bleibt weitgehend unbeobachtet. Das Strafvollzugssystem ist ein in sich geschlossenes System, dass allenfalls Aufmerksamkeit findet, wenn gravierende Vorfälle geschehen. PrisonWatch durchbricht diese Schranken, indem auf die Situation der Gefangenen aufmerksam gemacht wird. In ausführlichen Berichten wird die Situation des Strafvollzuges dargestellt und ergangene Rechtsprechung besprochen und kommentiert.