Sachsen, JVAen Viele Haftantritte wegen Pandemie verschoben

Wegen der Corona-Pandemie werden derzeit in Sachsen tausende Haftstrafen nicht angetreten. Nach Angaben der Dresdener Staatsanwaltschaft sind es alleine in ihrem Zuständigkeitsbereich 80 Freiheitsstrafen und 1.500 Ersatzfreiheitsstrafen. Justizminister Meier erklärte, Sachsen habe sich mit anderen Bundesländern darauf geeinigt, den Haftantritt zu verschieben. Gefängnisse sollten derzeit höchstens bis zu 80 Prozent belegt werden. Man benötige freie Zellen, um im Falle eines Corona-Ausbruchs Häftlinge räumlich voneinander trennen zu können.

    Hauptsache weggesperrt.


    Die Situation der Gefangenen in Deutschland bleibt weitgehend unbeobachtet. Das Strafvollzugssystem ist ein in sich geschlossenes System, dass allenfalls Aufmerksamkeit findet, wenn gravierende Vorfälle geschehen. PrisonWatch durchbricht diese Schranken, indem auf die Situation der Gefangenen aufmerksam gemacht wird. In ausführlichen Berichten wird die Situation des Strafvollzuges dargestellt und ergangene Rechtsprechung besprochen und kommentiert.