Deutschland, Strafvollzug Corona: Kaum noch Vergünstigungen für Gefangene bei der Gefangenentelefonie

Gab es im letzten Jahr noch fast bundesweit Vergünstigungen (natürlich mal wieder ohne Bayern) für die Gefangenen bei der Gefangenentelefonie in Form von Freiminuten wegen der immer noch geltenden Besuchseinschränkungen, ist davon heute kaum noch etwas übrig geblieben. Die Gefangenen müssen wieder die zum Teil sehr hohen Gebühren bezahlen, wenn sie telefonieren wollen. Diese liegen bei bis zu 23 Cent pro Minute, je nach Bundesland. Die bundesweit - inzwischen seit über einem Jahr- geltenden Besuchseinschränkungen haben deutliche Spuren hinterlassen. Beziehungen und Kontakte der Gefangenen sind massiv in Mitleidenschaft gezogen worden, bis hin zum Abbruch dieser Beziehungen. Auch anfangs gewährte Lohnersatzzahlungen werden nicht mehr gewährt. Gerade in solchen Zeiten zeigt sich, welchen Stellenwert die Gesellschaft Randgruppen zubilligt. Auch werden deutlich mehr Gefangene als sonst üblich obdachlos aus der Haft entlassen. Wann auch Gefangene geimpft werden und ob diese Impfungen Lockerungen mit sich bringen, ist völlig offen. Wir wagen die düstere Prognose, dass die Besuchseinschränkungen auch dieses Jahr überdauern werden. Einzige Hoffnung ist daher weiterhin, dass das Bundesverfassungsgericht endlich über die Verfassungsbeschwerde bezüglich Besuchs entscheidet.

    Hauptsache weggesperrt.


    Die Situation der Gefangenen in Deutschland bleibt weitgehend unbeobachtet. Das Strafvollzugssystem ist ein in sich geschlossenes System, dass allenfalls Aufmerksamkeit findet, wenn gravierende Vorfälle geschehen. PrisonWatch durchbricht diese Schranken, indem auf die Situation der Gefangenen aufmerksam gemacht wird. In ausführlichen Berichten wird die Situation des Strafvollzuges dargestellt und ergangene Rechtsprechung besprochen und kommentiert.