Nordrhein-Westfalen, Landgericht Wuppertal kein Prozeß um mutmaßlichen KZ-Wächter

Das Landgericht Wuppertal hat die Eröffnung des Prozesses gegen einen mutmaßlichen ehemaligen SS-Wachmann des KZ Stutthof abgelehnt. Der 96-jährige sei laut ärztlichem Gutachten dauerhaft verhandlungsunfähig, teilte ein Gerichtssprecher am 10.03.2021 mit. Dem Hochbetagten war Beihilfe zum Mord in mehreren hundert Fällen vorgeworfen worden. Er soll von Juni 1944 - Mai 1945 als Heranwachsender einem SS-Totenkopf-Wachbataillion zugeteilt gewesen sein, welches das deutsche KZ Stutthof östlich von Danzig bewacht hatte. PrisonWatch geht davon aus, das die Staatsanwaltschaft gegen die Entscheidung in Beschwerde gehen wird. Der Betroffene wurde jüngst von den USA ausgeliefert (PrisonWatch berichtete).

    Hauptsache weggesperrt.


    Die Situation der Gefangenen in Deutschland bleibt weitgehend unbeobachtet. Das Strafvollzugssystem ist ein in sich geschlossenes System, dass allenfalls Aufmerksamkeit findet, wenn gravierende Vorfälle geschehen. PrisonWatch durchbricht diese Schranken, indem auf die Situation der Gefangenen aufmerksam gemacht wird. In ausführlichen Berichten wird die Situation des Strafvollzuges dargestellt und ergangene Rechtsprechung besprochen und kommentiert.