Niedersachsen, MHH Hannover, JVA Hannover Blinder Gefangener wird nach mißglückter Bandscheiben OP im Schlafanzug und Rollstuhl aus der Klinik geworfen

Ein, in der JVA Hannover Inhaftierter, blinder Gefangener, musste sich in der MHH einer vierten Bandscheiben OP unterziehen. Unmittelbar nach der OP, stellte sich heraus, das der Mann sein linkes Bein nicht mehr bewegen kann. Er schrie vor Schmerzen. Nachdem die MHH die Mißglückte OP zunächst einräumte und sich auch entschuldigte und den Gefangenen noch einmal operieren wollte, bat der Anwalt des Mannes die Klinik um Auskunft. Ab diesen Zeitpunkt wurde man in der MHH sehr nervös und warf den Gefangenen letztlich nach sieben Tagen aus der Klinik. Im Arztbrief befand sich zunächst kein Hinweis auf die mißglückte OP. Der Gefangene wurde in die JVA Hannover zurück verlegt, wo er seitdem faktisch keine Hilfe erhält. Seit seiner Entlassung aus der Klinik sitzt der Mann, da er sein linkes Bein nicht bewegen kann im Schlafanzug und Thrombosestrümpfen in einer Zelle. Der Anstaltsarzt verweigerte dem Mann zunächst über Tage notwendige Schmerzmittel, sowie auch Unterstützung bei der Körperpflege durch einen ambulanten Pflegedienst. Noch am 14.01.2021 dokumentierte der Anstaltsarzt, das das Bein des Gefangenen nicht geschwollen sei und er auch keinerlei Hilfe benötigt. In der Nacht auf den 15.01.2021 musste der Mann erneut mit dem Rettungswagen in die Klinik verbracht werden. Die Klinik wiederum dokumentierte nun, das das linke Bein seit der OP gelähmt ist, angeschwollen ist und er auch Unterstützung bei der Pflege benötigt. Diese wird ihm durch die Anstalt jedoch weiterhin verwehrt. Die Bediensteten, die den Mann in der Klinik bewachten, mussten nach dem Aufenthalt weder einen Corona Test machen, noch in Quarantäne. Der Gefangene hingegen wurde mit einem negativ Corona Test entlassen und befindet sich trotzdem in Quarantäne. So kann er selbst die Hilfe von Mitgefangenen nicht in Anspruch nehmen. Alles spricht hier für einen Behandlungsfehler der Klinik, was der Justiz nicht vorgeworfen wird, doch die JVA ist gleichwohl verpflichtet den Gefangenen medizinisch zu versorgen. Es müsste sogar im Interesse der JVA sein, den Gefangenen bei der Durchsetzung von Ansprüchen gegen die Klinik zu unterstützen. Die Umstände für den Gefangenen sind unfassbar. Weiter wurde dem Gefangenen mitgeteilt, das er als einziger Gefangener der JVA Hannover nur noch alle 14 Tage zur Arztsprechstunde darf. Derartige Zustände dürften bundesweit einmalig sein. Wir werden weiter über den Fall berichten.

    Kommentare 1

    Hauptsache weggesperrt.


    Die Situation der Gefangenen in Deutschland bleibt weitgehend unbeobachtet. Das Strafvollzugssystem ist ein in sich geschlossenes System, dass allenfalls Aufmerksamkeit findet, wenn gravierende Vorfälle geschehen. PrisonWatch durchbricht diese Schranken, indem auf die Situation der Gefangenen aufmerksam gemacht wird. In ausführlichen Berichten wird die Situation des Strafvollzuges dargestellt und ergangene Rechtsprechung besprochen und kommentiert.