Thüringen, JVA Untermaßfeld verletzte Gefangene bei Unruhen in JVA

Bei einem Zwischenfall in der JVA Untermaßfeld in Thüringen sind mehrere Insassen verletzt worden. Die Polizei ermittelt nun gegen Gefangene wegen Gefangenenmeuterei. Die Situation ist am Abend des 15.12.2020 plötzlich eskaliert. Auslöser war der Protest eines Gefangenen wegen angeblich mangelnder medizinischer Behandlung. Andere Gefangene, etwa 30 schlossen sich dem Protest an und weigerten sich, den Anweisungen des Personals zu folgen. Ein Gefangener legte Feuer in seiner Zelle, andere weigerten sich von der Freistunde zurück in das Hafthaus zu gehen. Zwei Männer haben eine Rauchgasvergiftung erlitten. Im Innenhof der JVA gingen Bedienstete mit Pfefferspray gegen einzelne Gefangene vor, die sich weigerten, in ihre Hafträume zu gehen. Die Polizei rückte mit einem Großaufgebot an. Es ist zu vermuten, das der Protest wegen der andauernden Isolation der Gefangenen entstanden ist. Am 17.12.2020 wurden einige der beteiligten Gefangenen bereits in andere JVAen verlegt.

    Hauptsache weggesperrt.


    Die Situation der Gefangenen in Deutschland bleibt weitgehend unbeobachtet. Das Strafvollzugssystem ist ein in sich geschlossenes System, dass allenfalls Aufmerksamkeit findet, wenn gravierende Vorfälle geschehen. PrisonWatch durchbricht diese Schranken, indem auf die Situation der Gefangenen aufmerksam gemacht wird. In ausführlichen Berichten wird die Situation des Strafvollzuges dargestellt und ergangene Rechtsprechung besprochen und kommentiert.