Niedersachsen JVA Hannover mehr als 70 Gefangene trotz negativem Corona-Test weiter in Quarantäne

In der JVA Hannover befinden sich seit dem 10.12.2020 mehr als 70 Gefangene nach einem Corona Verdacht in Quarantäne. Die JVA handelte zunächst auch völlig nachvollziehbar, indem sie die Gefangenen, die mit den potenziellen Verdachtsfällen in Kontakt gewesen sein konnten, testen ließ. Diese Test´s vielen negativ aus. Dennoch hält die JVA die Gefangenen weiter in Quarantäne. Auch ansonsten scheint es die JVA nicht gerade sehr ernst mit den AHA-Regeln zu nehmen. So fahren die Bediensteten u. a. zu dritt in einem Fahrstuhl, der gerade einmal einen Quadratmeter hoch ist. Die Bediensteten stellen gerade die einzige Gefahr für eine Infektion in einer JVA dar. Die Gefangenen, die ebenfalls eigentlich in Quarantäne sind, als sog. Hausarbeiter eingesetzt sind, dürfen zum Essen holen durch den ganzen Knast laufen, weil die Bediensteten offenbar keine Lust haben, den Wagen selbst zu schieben. Auch eine Teilnahme an einem Gutachten im Besuchsbereich scheint trotz auferlegter Quarantäne kein Problem zu sein, was einfach nur noch bemerkenswert ist und letztlich nur noch als willkürlich bezeichnet werden kann. Die Bediensteten, die ebenfalls getestet wurden, mussten hingegen nicht in Quarantäne und machen weiterhin Dienst obwohl nur diese eine Infektion in die Knäste tragen können. Aber die Gefangenen schließt man einfach weg.

    Hauptsache weggesperrt.


    Die Situation der Gefangenen in Deutschland bleibt weitgehend unbeobachtet. Das Strafvollzugssystem ist ein in sich geschlossenes System, dass allenfalls Aufmerksamkeit findet, wenn gravierende Vorfälle geschehen. PrisonWatch durchbricht diese Schranken, indem auf die Situation der Gefangenen aufmerksam gemacht wird. In ausführlichen Berichten wird die Situation des Strafvollzuges dargestellt und ergangene Rechtsprechung besprochen und kommentiert.