Bayern, Landgericht Würzburg, LKA Bayern, Cyber Crime Bayern (ZCB), Österreich, JVA Wien, Häftlinge betreiben Kinderpornografische Darknet-Plattform

Als Folge des Würzburger Missbrauchsfalls stoßen Ermittler auf Betreiber eines Kinderpornografischen Internet Forums in einer Haftanstalt und retten einen 5-jährigen Jungen vor weiterem Missbrauch. Mit relativ einfachen Mitteln, einem versteckten Laptop, sowie eingeschmuggelten USB-Sticks ist es einem mehrfach verurteilten Pädokriminellen in einem Gefängnis in Wien gelungen, aus der Haftanstalt heraus im Darknet, ein Forum mit rund 1.000 registrierten Nutzern, zu betreiben, die dort Kinderpornografie getauscht und verkauft haben. Zu den Tätern führte ein Hinweis von Ermittlern der Zentralstelle - Cyber Crime Bayern und dem bayerischen LKA. Sie waren bei Ermittlungen auf einen österreichischen Häftling gestoßen. Die österreichischen Sicherheitsbehörden konnten den Standort des Handys in der JVA ausmachen. Aus einer Zelle heraus konnte die Darknet Plattform nach Angaben der bayerischen Ermittler „äußerst konspirativ“ betrieben werden. Mehrere Gefangene waren daran beteiligt. Die österreichische Handy Nummer ist eine von vielen Spuren, die sich ergeben hatten. Der Mann, ein Logopäde, der Kinder während seiner Therapiestunden missbraucht hatte, war im Mai 2020 vom Landgericht Würzburg wegen schweren sexuellen Missbrauchs von 7 Jungen zu einer Freiheitsstrafe von 11 Jahren und 4 Monaten verurteilt worden. Das Urteil ist rechtskräftig. Aufgrund der Aufdeckung konnte ein 5-jähriger Junge in der Schweiz gerade noch vor einem weiteren Missbrauch gerettet werden.

    Hauptsache weggesperrt.


    Die Situation der Gefangenen in Deutschland bleibt weitgehend unbeobachtet. Das Strafvollzugssystem ist ein in sich geschlossenes System, dass allenfalls Aufmerksamkeit findet, wenn gravierende Vorfälle geschehen. PrisonWatch durchbricht diese Schranken, indem auf die Situation der Gefangenen aufmerksam gemacht wird. In ausführlichen Berichten wird die Situation des Strafvollzuges dargestellt und ergangene Rechtsprechung besprochen und kommentiert.