Hamburg, Justizvollzugsanstalten, Justizbehörde will Handys wieder einziehen-Gefangene wehren sich

Hamburg hatte wegen der Corona Pandemie insgesamt 621 Handys an die Gefangenen ausgehändigt, damit diese aufgrund der Besuchseinschränkungen Kontakt zu ihren Angehörigen halten können (PrisonWatch berichtete). Alleine in der JVA Fuhlsbüttel wurden 271 Handys ausgehändigt. Nun will die Justizbehörde diese Handys wieder einziehen, wie diese mitgeteilt hat. Die Gefangenen wehren sich dagegen mit Anträgen auf gerichtliche Entscheidung. Nach PrisonWatch Informationen sollen beim Landgericht deswegen mehr als 60 solcher Anträge von Gefangenen eingegangen sein. Die Gefangenen begründen ihre Anträge mit den hohen Kosten bei Telio, die pro Minute 21 Cent betragen sollen. Da die Besuchseinschränkungen weiterhin bestehen, sehen sich die Gefangenen im Recht. Ob die Anträge der Gefangenen Erfolg haben werden, ist offen. Wir werden darüber berichten.

    Hauptsache weggesperrt.


    Die Situation der Gefangenen in Deutschland bleibt weitgehend unbeobachtet. Das Strafvollzugssystem ist ein in sich geschlossenes System, dass allenfalls Aufmerksamkeit findet, wenn gravierende Vorfälle geschehen. PrisonWatch durchbricht diese Schranken, indem auf die Situation der Gefangenen aufmerksam gemacht wird. In ausführlichen Berichten wird die Situation des Strafvollzuges dargestellt und ergangene Rechtsprechung besprochen und kommentiert.