Deutschland, Justizvollzugsanstalten, Aktuelle Corona-Infektionszahlen aus den deutschen Haftanstalten, Gewalt wegen Kontaktbeschränkungen nimmt weiter zu

In den deutschen JVAen steigen die Zahlen der dokumentierten Übergriffe mit Gewalt seit Beginn der Kontaktbeschränkungen weiter an. Gefangenen ist es weiterhin nicht möglich, ihre Besucher zu berühren. Mütter mit Kindern verzichten auf Besuche, weil sie nicht wollen dass die Kinder ihren Vater hinter einer Scheibe sehen müssen und nicht anfassen können. Lockerungen in Form von Ausgängen, sind zwar grundsätzlich möglich, doch müssen die Gefangenen im Anschluss daran für 14 Tage in Quarantäne. Bei zwei Ausgängen pro Monat bedeutet dies, dass diese Gefangenen sich nun quasi dauerhaft in Einzelhaft befinden. Es gibt rund 65.000 Gefangene in Deutschland. Bislang gibt es bundesweit 227 bestätigte Infektionsfälle in den deutschen Haftanstalten. Hiervon sind 166 Bedienstete und 61 Gefangene. Die drei am meisten betroffenen Bundesländer sind Bayern:21 Gefangene und 34 Bedienstete, Baden-Württemberg: 7 Gefangene und 35 Bedienstete und Nordrhein-Westfalen: 11 Gefangene und 35 Bedienstete. Niedersachsen ist mit 4 Gefangenen und 8 Bediensteten im Mittelfeld. Der SPIEGEL berichtete in seiner Ausgabe Nr. 21/2020 ebenfalls über die Auswirkungen der Kontaktbeschränkungen in den Justizvollzugsanstalten.

    Hauptsache weggesperrt.


    Die Situation der Gefangenen in Deutschland bleibt weitgehend unbeobachtet. Das Strafvollzugssystem ist ein in sich geschlossenes System, dass allenfalls Aufmerksamkeit findet, wenn gravierende Vorfälle geschehen. PrisonWatch durchbricht diese Schranken, indem auf die Situation der Gefangenen aufmerksam gemacht wird. In ausführlichen Berichten wird die Situation des Strafvollzuges dargestellt und ergangene Rechtsprechung besprochen und kommentiert.