Baden-Württemberg, Strafvollzug, Resozialisierung Resozialisierungsfonds vergibt 240.000 € Darlehen an ehemalige Straffällige

die Stiftung Resozialisierungsfonds Dr. Traugott Bender hat im Jahr 2019 insgesamt 80 Darlehen mit einem Volumen von insgesamt rund 240.000 € an überschuldete Straffällige aus Baden-Württemberg bewilligt. Das teilte das Ministerium der Justiz und für Europa am 15. Mai 2020 mit. Die Stiftung hilft überschuldeten Straffälligen aus Baden-Württemberg und trägt so zu einem Neuanfang nach verbüßter Strafe bei. Ziel sei es, Straffällige, die ihre Strafe verbüßt haben und wirklich gewillt sind, einen Neuanfang zu machen, dabei zu unterstützen, so Justizminister Guido Wolf. Die Stiftung Resozialisierungsfonds Dr. Traugott Bender gebe in diesen Fällen eine echte zweite Chance. Satzungsgemäße Aufgabe des Resozialisierungsfonds ist es, ehemals Straffälligen einen wirtschaftlichen Neustart zu ermöglichen und eine erneute Straffälligkeit eines Straftäters zu verhindern. Voraussetzung für eine Unterstützung durch den Resozialisierungsfonds ist, dass der ehemalige Straffällige die Gewähr für eine erfolgreiche Zusammenarbeit und eine verlässliche Schuldentilgung bietet. Täter, die aus der Haft entlassen werden oder ihre Strafe verbüßt haben, sind häufig überschuldet und nicht in der Lage, ihre Verbindlichkeiten zu begleichen.


Unterstützung kann aber nur dort gewährt werden, wo der Straffällige den Weg der Resozialisierung schon ausreichend weit beschritten hat. Das Schuldentilgungskonzept der Stiftung sieht nicht nur eine Umschuldung über ein zinsloses Darlehen vor. Ein wichtiger Beitrag der Stiftung ist auch, zwischen dem Straffälligen und seinen Gläubigern zu vermitteln und im Wege einer vergleichsweisen Herabsetzung der Forderungen einen realistischen Tilgungsplan aufzustellen.


Die Quote, die Gläubiger auf diesem Wege erzielen, liegt regelmäßig weit über der, die im Falle einer Insolvenz des Straffälligen noch bliebe. So soll insbesondere auch dem berechtigten Interesse der Gläubiger Rechnung getragen werden, die ihr Geld unmittelbar aus dem Stiftungsvermögen ausgezahlt bekommen. Regelmäßig ausgenommen von einer Reduzierung der Forderungssumme sind Schmerzensgeldforderungen, die meist in voller Höhe beglichen werden.


Hintergrundinformationen: Die nach dem ehemaligen Justizminister Dr. Traugott Bender benannte Stiftung wurde 1974 beim Justizministerium gegründet. Seitdem wurden bereits 5.001 Darlehen mit einem Volumen von 25.207.953.28 € vergeben. Das Geld wird direkt an die Gläubiger ausgezahlt. Der Darlehensnehmer zahlt anschließend das Darlehen an die Stiftung in monatlichen Raten innerhalb von fünf Jahren zurück. Die Stiftung ist durch die Sanierung noch der einzige Gläubiger des Straffälligen.


Von dem insgesamt vergebenen Darlehensvolumen wurden bereits 23.031.728,05 € (91,37%) an die Stiftung wieder zurückbezahlt. Forderungen in Höhe von 1.575.962,49 € (6,25%) mussten abgeschrieben oder erlassen werden. Mehr Informationen über den Resozialisierungsfonds Dr. Traugott Bender gibt unter


www.resofonds-bw.de

    Hauptsache weggesperrt.


    Die Situation der Gefangenen in Deutschland bleibt weitgehend unbeobachtet. Das Strafvollzugssystem ist ein in sich geschlossenes System, dass allenfalls Aufmerksamkeit findet, wenn gravierende Vorfälle geschehen. PrisonWatch durchbricht diese Schranken, indem auf die Situation der Gefangenen aufmerksam gemacht wird. In ausführlichen Berichten wird die Situation des Strafvollzuges dargestellt und ergangene Rechtsprechung besprochen und kommentiert.