Schleswig-Holstein, JVA Kiel Fall Maddie: Verdächtiger Gefangener verlegt, Anwälte des Verdächtigen legen überraschend Mandat nieder

Der 43-jährige, der seit kurzem im Fall Madeleine McCann als Hauptverdächtiger gilt, ist im Kieler Gefängnis in einen anderen Trakt verlegt worden. Er dürfte nur noch einzeln und in Begleitung von Wachpersonal aus seiner Zelle, sagte Schleswig-Holsteins Justizminister Claus Christian Claussen (CDU) am 10.06.2020. So solle verhindert werden, das Mitgefangene, den wegen eines Drogendelikts Inhaftierten attackieren. Die Anwälte des Mordverdächtigen sagten unterdessen noch am 10.06.2020, Ihr Mandat werde derzeit „keine Angaben zur Sache“ machen. Nach PrisonWatch Recherchen haben die Verteidiger des Verdächtigen, u.a. Rechtsanwalt Schwenn aus Hamburg, am 11.06.2020 überraschend die Mandate niedergelegt. Dieses deutet auf Unstimmigkeiten zwischen Verdächtigem und Verteidiger hin.

    Hauptsache weggesperrt.


    Die Situation der Gefangenen in Deutschland bleibt weitgehend unbeobachtet. Das Strafvollzugssystem ist ein in sich geschlossenes System, dass allenfalls Aufmerksamkeit findet, wenn gravierende Vorfälle geschehen. PrisonWatch durchbricht diese Schranken, indem auf die Situation der Gefangenen aufmerksam gemacht wird. In ausführlichen Berichten wird die Situation des Strafvollzuges dargestellt und ergangene Rechtsprechung besprochen und kommentiert.