Hamburg, JVA Fuhlsbüttel, 50 Gefangene weigern sich aus Protest wegen Corona-Einschränkungen wieder in das Hafthaus zu gehen

In der JVA Fuhlsbüttel, auch „Santa Fu“ genannt, haben rund 50 Gefangene am 27.05.2020 wegen der Corona-Einschränkungen demonstriert, indem sie sich weigerten nach Beendigung der Freistunde wieder in das Hafthaus zu gehen. Damit wollten sie ein Zeichen setzen und verlangten, das die Einschränkungen beim Besuch aufgehoben werden. Die JVA rief vorsorglich die Polizei zur Hilfe. Doch diese musste nicht mehr einschreiten, da die Gefangenen ihren Protest aufgaben. Auch in der Vergangenheit waren es immer wieder die Hamburger-Gefangenen die beispielsweise auf Dächer stiegen, um notwendige Veränderungen herbeizuführen. In den 80er Jahren waren es die Hamburger Gefangenen, die durch ihren Protest dafür sorgten, dass (bundesweit) mehr Psychologen in den Haftanstalten beschäftigt wurden.

    Hauptsache weggesperrt.


    Die Situation der Gefangenen in Deutschland bleibt weitgehend unbeobachtet. Das Strafvollzugssystem ist ein in sich geschlossenes System, dass allenfalls Aufmerksamkeit findet, wenn gravierende Vorfälle geschehen. PrisonWatch durchbricht diese Schranken, indem auf die Situation der Gefangenen aufmerksam gemacht wird. In ausführlichen Berichten wird die Situation des Strafvollzuges dargestellt und ergangene Rechtsprechung besprochen und kommentiert.