Niedersachsen, Justizvollzugskrankenhaus (JVK) Lingen, JVK verlegt kranke Gefangene in Stammanstalten zurück

Auf Anweisung des Justizministeriums vom 26.03.2020 wurde das JVK in Lingen am 27.03.2020 fast komplett geräumt, um Platz für mögliche Corona-Infizierte Gefangene zu schaffen. die es bislang gar nicht gibt. Lediglich drei Gefangene, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind, konnten dort bleiben. Auch kranke Gefangene, selbst frisch operierte, die eigentlich im Krankenhaus bleiben müssten, wurden in ihre Stammanstalten zurück verlegt, wo ihre ärztliche Versorgung nicht sichergestellt ist. Selbst Krebs-Patienten, die jetzt auf eine Chemotherapie angewiesen sind, wurden zurück verlegt. PrisonWatch hält diese Maßnahme für unverantwortlich.

    Kommentare 1

    • In der JVA Lingen (Osnabrück) müssen alle weiterhin Arbeiten, teils in Firmen mit über 2500 Angestellten. Einkauf nur einmal pro Woche a 2 Stunden, kein Ausgang, kein Urlaub, kein Besuch. Jetzt tummeln sich natürlich alle gerade an Wochenenden auf einem Haufen. Die Justiz provoziert es doch das sich alle anstecken.....!

    Hauptsache weggesperrt.


    Die Situation der Gefangenen in Deutschland bleibt weitgehend unbeobachtet. Das Strafvollzugssystem ist ein in sich geschlossenes System, dass allenfalls Aufmerksamkeit findet, wenn gravierende Vorfälle geschehen. PrisonWatch durchbricht diese Schranken, indem auf die Situation der Gefangenen aufmerksam gemacht wird. In ausführlichen Berichten wird die Situation des Strafvollzuges dargestellt und ergangene Rechtsprechung besprochen und kommentiert.