USA, Tennessee, Memphis, Ex-KZ-Wärter wird von USA an Deutschland überstellt, Karl B. soll im Außenlager Neuengamme gearbeitet haben

Ein früherer deutscher KZ-Wächter soll nach mehr als 60 Jahren aus den USA abgeschoben werden. Eine Richterin in Memphis im Bundesstaat Tennessee ordnete eine Ausweisung des deutschen Staatsbürgers Friedrich Karl B. an, wie das US-Justizministerium am 05.03.2020 mitteilte. Der heute Anfang 90-Jährige war demnach während des zweiten Weltkriegs Aufseher in einem Augenlager des Konzentrationslagers Neuengamme im niedersächsischen Meppen. Im März 1945 soll er einen Gewaltmarsch von Häftlingen von Meppen in das bei Hamburg gelegene Hauptlager Neuengamme bewacht haben, bei dem rund 70 Menschen ums Leben kamen. B. habe zugegeben, nie um eine Versetzung aus dem KZ-Wachdienst gegeben zu haben, erklärte das US-Justizministerium. Demnach bekommt der Mann, der seit 1959 in den USA lebt, bis heute eine deutsche Rente. B. sei „Teil der SS-Maschinerie der Unterdrückung“ gewesen, „die KZ-Häftlinge unter fruchtbaren Bedingungen gefangen hielt“, erklärte US-Staatsanwalt Brian Benczkowski. Die Gerichtsentscheidung mache deutlich, dass sich die US-Justiz auch für späte Gerechtigkeit für die Opfer von NS-Verfolgung einsetze. Die USA hatten 1979 ein Programm aufgelegt, um frühere NS-Schergen aufzuspüren und auszuweisen. Seitdem wurden im Zuge dieses Programms 67 Menschen aus den USA abgeschoben, wie Eli Rosenbaum vom US Justizministerium sagte. Der bislang letzte Fall war im August 2018 die Abschiebung des ehemaligen KZ-Wächters Jakiv Palij nach Deutschland. Palij war Aufseher im NS-Zwangsarbeitslager und SS-Ausbildungslager Trawniki im von den Nazis besetzten Polen. Er starb im Januar 2019 im nordrhein-westfälischen Ahlen. Rosenbaum sagte, B. sei womöglich einer der letzten in den USA lebenden NS-Schergen, „vielleicht der Letzte“. B. kann gegen seine Ausweisung Rechtsmittel einlegen.

    Hauptsache weggesperrt.


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