Schleswig-Holstein, OLG Schleswig-Holstein, OLG verwirft Beschwerden gegen bedingte Aussetzung einer Freiheitsstrafe

Das Landgericht Kiel gewährte einem Gefangenen die Aussetzung seiner Reststrafe, hier eine sog. 2/3 Aussetzung, die heute eher die Ausnahme als die Regel ist. Gegen die Entscheidung der Strafvollstreckungskammer des Landgerichts Kiel wandten sich die Staatsanwaltschaften, für die der Gefangene die Freiheitsstrafe verbüßte, mit einer sofortigen Beschwerde. Sie wollen eine bedinge Haftentlassung so verhindern. Das OLG Schleswig-Holstein musste über diese Beschwerden entscheiden und hörte den Gefangenen erneut persönlich an, was die absolute Ausnahme darstellt und kam letztlich zu dem Schluss, dass die Entscheidung der Strafvollstreckungskammer nicht zu beanstanden sei und bestätigte sie. Der Gefangene wird somit vorzeitig entlassen. Die Entscheidung wurde uns freundlicherweise von Herrn RA Hoppe aus Kiel zur Verfügung gestellt und kann bei uns auch unter der Rubrik Urteile und Entscheidungen abgerufen werden.


Zur Ansicht des Beschlusses Link anklicken! 2 Ws 105/19 Ws 287/19 StA OLG SL

    Hauptsache weggesperrt.


    Die Situation der Gefangenen in Deutschland bleibt weitgehend unbeobachtet. Das Strafvollzugssystem ist ein in sich geschlossenes System, dass allenfalls Aufmerksamkeit findet, wenn gravierende Vorfälle geschehen. PrisonWatch durchbricht diese Schranken, indem auf die Situation der Gefangenen aufmerksam gemacht wird. In ausführlichen Berichten wird die Situation des Strafvollzuges dargestellt und ergangene Rechtsprechung besprochen und kommentiert.