Sachsen-Anhalt, Polizei Dessau, Fall Oury Jalloh: Neues ärztliches Gutachten

Im Falle des vor 14 Jahren in einer Dessauer Polizeizelle verbrannten Asylbewerbers Oury Jalloh (PrisonWatch berichtete wiederholt) liegt ein neues ärztliches Gutachten vor. Nach Angaben einer Aufklärungs-Initiative weist das forensisch-radiologische Gutachten weitere, bislang nicht bekannte Verletzungen auf. Knochenbrüche der Nase, des Schädels und einer Rippe habe Jalloh noch lebend erlitten. Ein Sturz oder eine Selbstverletzung seien weitgehend ausgeschlossen. Die Initiative geht von massiver Polizeigewalt aus. Das OLG Naueburg hatte vergangene Woche eine Klageerzwingung als unzulässig abgelehnt.

    Hauptsache weggesperrt.


    Die Situation der Gefangenen in Deutschland bleibt weitgehend unbeobachtet. Das Strafvollzugssystem ist ein in sich geschlossenes System, dass allenfalls Aufmerksamkeit findet, wenn gravierende Vorfälle geschehen. PrisonWatch durchbricht diese Schranken, indem auf die Situation der Gefangenen aufmerksam gemacht wird. In ausführlichen Berichten wird die Situation des Strafvollzuges dargestellt und ergangene Rechtsprechung besprochen und kommentiert.