Niedersachsen, JVA Sehnde, Ermittler offenbar auf falsche Aussagen hereingefallen

PrisonWatch berichtete über die spektakuläre Durchsuchungsaktion die u.a. am 01.09.2019 in der JVA Sehnde stattfand. Inzwischen konnten wir uns einen Überblick über die Sachlage verschaffen und stehen mit einigen beschuldigten Gefangenen und auch einer Person außerhalb, bei der ebenfalls eine Durchsuchung in diesem Zusammenhang stattfand, in Kontakt. Nach den uns nun vorliegenden Informationen solle es vier Gefangene geben, die die Hinweise gegeben haben, die das Verfahren auslösten. Zumindest einer davon solle eine gewaltige Summe an Schulden für Drogen angehäuft haben, die er offenbar nicht bezahlen wollte oder konnte. Um sich der Schulden zu entziehen soll er den Weg über falsche Angaben gewählt haben. Ein solches Vorgehen ist nicht unüblich in dieser Szene. Die nun beschuldigten Bediensteten scheinen offenbar völlig zu Unrecht beschuldigt worden zu sein. Es handelt sich durchweg um solche Bedienstete, die etwas kontaktfreudiger sind und auch das Gespräch mit den Gefangenen suchen, was nur richtig ist. Dass sie nun offenbar Opfer von solchen falschen Verdächtigungen geworden sind, bedauern wir sehr.


Die Gefangenen, die vorsätzlich solche falschen Angaben abgeben, schaden den anderen Gefangenen und dem Vollzug insgesamt, sehr. Die Folge ist nämlich, dass solche Bediensteten, die noch Saß an ihrem Job haben, was nicht selbstverständlich ist, und die Gefangene unterstützen und helfen wollen, das sicher nicht mehr tun, wenn sie aufgrund ihrer richtigen Einstellung zum Job, solche empfindlichen Nachteile erleiden müssen, bei denen auch noch ihre Familie betroffen ist. Wir wünschen uns für die Betroffenen, dass die Ermittlungsverfahren zügig beendet werden.

    Hauptsache weggesperrt.


    Die Situation der Gefangenen in Deutschland bleibt weitgehend unbeobachtet. Das Strafvollzugssystem ist ein in sich geschlossenes System, dass allenfalls Aufmerksamkeit findet, wenn gravierende Vorfälle geschehen. PrisonWatch durchbricht diese Schranken, indem auf die Situation der Gefangenen aufmerksam gemacht wird. In ausführlichen Berichten wird die Situation des Strafvollzuges dargestellt und ergangene Rechtsprechung besprochen und kommentiert.