Nordrhein-Westfalen, Landgericht Mönchengladbach, Nach Verzweiflungstat: Taxiräuber darf ins Gefängnis

Kein Geld, keine Arbeit, keine Wohnung - ein 52-Jähriger wollte deshalb einfach nur noch ins Gefängnis. Er wollte nicht mehr obdachlos unter der Brücke schlafen und im Gefängnis eine Fortbildungsmaßnahme machen, sagte der Mann vor dem Landgericht Mönchengladbach. Im April 2019 raubte er in Düsseldorf einen Taxifahrer mit vorgehaltener Schreckschusspistole aus. Später stellte er sich der Polizei. Die Richter verurteilten ihn wegen schweren Raubes zu zwei Jahren Haft. Sie verzichteten bewusst auf eine mögliche Bewährung.

    Hauptsache weggesperrt.


    Die Situation der Gefangenen in Deutschland bleibt weitgehend unbeobachtet. Das Strafvollzugssystem ist ein in sich geschlossenes System, dass allenfalls Aufmerksamkeit findet, wenn gravierende Vorfälle geschehen. PrisonWatch durchbricht diese Schranken, indem auf die Situation der Gefangenen aufmerksam gemacht wird. In ausführlichen Berichten wird die Situation des Strafvollzuges dargestellt und ergangene Rechtsprechung besprochen und kommentiert.