Niedersachsen, Justizvollzugsanstalten, 10 Häftlinge gehen freiwillig zurück ins Gefängnis

Zehn ehemalige Häftlinge haben sich im Jahr 2018 in Niedersachsen freiwillig wieder einsperren lassen. Die Gründe hierfür waren unterschiedlich, wie das Justizministerium am 22.07.2019 bestätigte. Mal fehlte eine Wohnraummöglichkeit für das Leben in Freiheit, bei anderen ehemaligen Häftlingen habe nach Alkoholrückfällen die Gefahr bestanden, dass sie erneut Straftaten begehen könnten. Die Betroffenen wurden zeitweise auf freiwilliger Basis wieder aufgenommen. PrisonWatch hatte kürzlich über ähnliche Zahlen aus Bayern berichtet und kritisiert, dass den Gefangenen wegen stetig abnehmender Bereitschaft, Vollzugslockerungen zu gewähren, immer schlechtere Entlassungssituationen erwarten. Die Tatsache, dass die Vollzugsanstalten immer weniger Vollzugslockerungen gewähren, und Gefangenen daher immer öfter nach der Entlassung aus dem Strafvollzug vor dem Nichts stehen, fordert nicht die Sicherheit, das Gegenteil ist der Fall. Es mag kurzfristig so sein, dass der Eindruck vermittelt wird, die Justiz sorge so für mehr Sicherheit. Doch dies ist ein Trugschluss, denn ein Gefangener, der völlig unvorbereitet aus dem Strafvollzug entlassen wird und somit keine Perspektive hat, wird eher wieder straffällig, als Einer, der, wie es das Gesetz auch vernünftigerweise vorsieht, die Möglichkeit erhält, seine Rückkehr in die Gesellschaft im Rahmen von Lockerungen vorzubereiten. Daher sind Vollzugslockerungen unabdingbar und dienen letztlich auch dazu, Straftaten zu vermeiden. Deswegen kritisiert PrisonWatch die stetig abnehmende Bereitschaft der Vollzugsanstalten, Vollzugslockerungen nicht zu gewähren, massiv.

    Hauptsache weggesperrt.


    Die Situation der Gefangenen in Deutschland bleibt weitgehend unbeobachtet. Das Strafvollzugssystem ist ein in sich geschlossenes System, dass allenfalls Aufmerksamkeit findet, wenn gravierende Vorfälle geschehen. PrisonWatch durchbricht diese Schranken, indem auf die Situation der Gefangenen aufmerksam gemacht wird. In ausführlichen Berichten wird die Situation des Strafvollzuges dargestellt und ergangene Rechtsprechung besprochen und kommentiert.