Schleswig-Holstein, JVA Lübeck, Geiselnahme in JVA Lübeck

In der JVA Lübeck hat es am 17.06.2019 eine Geiselnahme gegeben. Ein rumänischer Gefangener, der in der Sozialtherapie untergebracht war und der eine Haftstrafe von 6 Jahre und 10 Monaten wegen eines Sexualdelikts verbüßte, verschanzte sich mit einer 32-jährigen Psychologin, die zugleich auch seine Wohngruppenleitern war, in einem Büro und forderte seine sofortige Haftentlassung und seine Abschiebung nach Rumänien. Die Psychologin bedrohte er über 5 Stunden lang mit einem Anstaltsmesser. Dann forderte er, dass ihm die Polizei 2 Döner bringen sollte. Als die Polizei diese übergeben wollte, erfolgte der Zugriff und der Mann wurde überwältigt. Der Gefangene wurde in eine andere JVA verlegt. Neben seiner bisherigen Haftstrafe erwartet ihn nun eine weitere Verurteilung wegen Geiselnahme. Erfahrungsgemäß wird er hierfür eine weitere Haftstrafe zwischen 4 - 6 Jahren erhalten.

    Kommentare

    Hauptsache weggesperrt.


    Die Situation der Gefangenen in Deutschland bleibt weitgehend unbeobachtet. Das Strafvollzugssystem ist ein in sich geschlossenes System, dass allenfalls Aufmerksamkeit findet, wenn gravierende Vorfälle geschehen. PrisonWatch durchbricht diese Schranken, indem auf die Situation der Gefangenen aufmerksam gemacht wird. In ausführlichen Berichten wird die Situation des Strafvollzuges dargestellt und ergangene Rechtsprechung besprochen und kommentiert.