Gefangenenzeitung, der lichtblick wird 50 Jahre alt

Die Gefangenenzeitschrift „der lichtblick“ feiert das 50-jährige Bestehen. Auf mutige Initiative des damaligen Anstaltsleiters Wilhelm Laubrecht bildete sich im Oktober 1968 ein ausschließlich aus Insassen bestehender Redaktionsstab. Am 25. Oktober 1968 brachte dieser die erste unabhängig gestaltete, d. h. unzensierte Gefangenenzeitschrift unter dem Namen „der lichtblick“ heraus. Gesetzliche Grundlage hierfür bot das Berliner Pressegesetz vom 15. Juni 1965, welches - bundesweit bis heute einmalig - in § 8 Abs. 4 eine gesonderte Regelung für Druckwerke enthält, die in Justizvollzugsanstalten im Rahmen der Gefangenenmitverantwortung für Gefangene herausgegeben werden. Am 8. November 2018 fand hierzu in der JVA Tegel eine Feierstunde statt. Grußworte haben der Senator für Justiz, Verbraucherschutz und Antidiskriminierung, Herr Dr. Dirk Behrendt, und der frühere langjährige Anstaltsleiter, Klaus Lange-Lehngut gehalten. Es folgte ein Vortrag von Frau Prof. Dr. Kirstin Drenkhahn, Professorin für Strafrecht und Kriminologie an der Freien Universität Berlin und Präsidentin des dbh-Fahchverbandes für Soziale Arbeit, Strafrecht und Kriminalpolitik.


Als eine Zeitschrift von Gefangenen für Gefangene und als kritischer Begleiter des Strafvollzuges entwickelte sich „der lichtblick“ in den vergangenen Jahrzehnten zu einem festen Bestandteil der Berliner Vollzugslandschaft. Zudem erwarb „der lichtblick“ als unabhängiges und unangepasstes Sprachohr der Inhaftierten eine treue und zahlenmäßig starke Lesergemeinde inner- und außerhalb Deutschlands.


www.lichtblick-zeitung.com/index.htm

    Kommentare 1

    • Das beste am "lichtblick" ist, dass er nicht nur "intern" gelesen werden kann, sondern über Mauern hinweg. So bekommen auch Menschen von "draußen" Einblicke, Hintergründe und vielleicht auch den einen oder anderen Lichtblick.

    Hauptsache weggesperrt.


    Die Situation der Gefangenen in Deutschland bleibt weitgehend unbeobachtet. Das Strafvollzugssystem ist ein in sich geschlossenes System, dass allenfalls Aufmerksamkeit findet, wenn gravierende Vorfälle geschehen. PrisonWatch durchbricht diese Schranken, indem auf die Situation der Gefangenen aufmerksam gemacht wird. In ausführlichen Berichten wird die Situation des Strafvollzuges dargestellt und ergangene Rechtsprechung besprochen und kommentiert.