Deutschland, Strafvollzug, Corona: Gefangene werden weiterhin willkürlichen Maßnahmen ausgesetzt

Leiter*innen der Vollzugsanstalten in Deutschland entscheiden völlig losgelöst vom sonstigen Trennt über Schutzmaßnahmen, die kaum noch nachzuvollziehen sind. Immer noch finden in den meisten Justizvollzugsanstalten Besuche hinter einer Trennscheibe statt. Berührungen sind weitgehend verboten und die Isolierung der Gefangenen, mit den wiederholt geschilderten und offenkundigen dramatischen Folgen wie vermehrte Suizide, findet weiterhin statt. Diese Suizide werden somit offensichtlich einfach hingenommen. Eine Corona Infektion scheint die größere Sorge zu sein, was einfach nur grotesk ist. Ganze JVAen werden bei einzelnen Corona Fällen immer noch unter Quarantäne genommen, was sich schlicht weg nicht mehr rechtfertigen lässt. Und dies, je nach Anstalt, für die Dauer von bis zu unglaublichen 14 Tagen. Zeiten, die es weltweit nicht mehr gibt aber in bundesdeutschen JVAen immer noch zu beobachten sind. Wir fordern die Verantwortlichen nachdrücklich auf, diese willkürliche Praxis zu beenden und die Gefangenen nicht als Objekte zu behandeln. Während in Freiheit Konzerte, Sportveranstaltungen, Weihnachtsmärkte usw. für tausende Menschen ohne jegliche Schutzmaßnahmen möglich sind, wird es den Gefangenen weiterhin verboten, ihre Kinder oder Angehörigen in den Arm zu nehmen. Und dies seit mehr als zweieinhalb Jahren.

    Hauptsache weggesperrt.


    Die Situation der Gefangenen in Deutschland bleibt weitgehend unbeobachtet. Das Strafvollzugssystem ist ein in sich geschlossenes System, dass allenfalls Aufmerksamkeit findet, wenn gravierende Vorfälle geschehen. PrisonWatch durchbricht diese Schranken, indem auf die Situation der Gefangenen aufmerksam gemacht wird. In ausführlichen Berichten wird die Situation des Strafvollzuges dargestellt und ergangene Rechtsprechung besprochen und kommentiert.