Hessen, Erstaufnahmeeinrichtungen, Zahlreiche Suizidversuche im Zusammenhang mit Ausweisungen

In hessischen Erstaufnahmeeinrichtungen haben seit Anfang 2021 fast 30 geflüchtete Menschen versucht, sich das Leben zu nehmen. Ein Mann aus Eritrea beginn im März 2021 Suizid. Diese Zahlen gehen aus einer Antwort der hessischen Landesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion hervor. Demnach gab es im vergangenen Jahr 19 Fälle, in denen Flüchtlinge durch Selbstverletzung, Sprünge aus dem Fenster oder die Einnahme von Tabletten versuchten, ihr Leben zu beenden. Im laufenden Jahr gab es bereits acht Fälle. Insgesamt waren deutlich öfter Männer als Frauen betroffen. Im Jahr 2019 hatte es insgesamt 50 und im Jahr 2020 genau 24 Suizidversuche unter Bewohner*innen der Erstaufnahmeeinrichtungen gegeben. Zudem wurden auch acht Fälle benannt, in denen es bei Abschiebungen oder Abschiebeversuchen zu Suizidversuchen kam. Laut Landesregierung trifft dies auf zwei Fälle aus diesem Jahr und sechs Fälle aus dem vergangenen Jahr zu. Diese Zahlen sind allerdings unvollständig, da Suizidversuche bei Abschiebungen nicht erfasst werden. Bei sieben dieser acht Fälle, waren geflüchtete betroffen, deren Asylgesuch abgelehnt worden war. Im Jahr 2020 hatte es in Hessen acht Suizidversuche im Zusammenhang mit Abschiebungen gegeben.

    Hauptsache weggesperrt.


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