Nordrhein-Westfalen, JVA Kleve, Neue Vorwürfe um toten Syrer

Im Fall eines unschuldig inhaftierten Syrers, der unter ungeklärten Ursachen bei einem Brand in der JVA Kleve im September 2018 gestorben ist (PrisonWatch berichtete wiederholt), sind neue Erkenntnisse bekannt geworden. Nach WDR-Recherchen vom 04.04.2019 gibt es jetzt Zweifel an der offiziellen Version, warum der Syrer verhaftet wurde. Bislang hieß es, dass der Syrer mit einem Mann aus Mali verwechselt wurde, der den gleichen Namen hat. Inzwischen gibt es den Verdacht, einer gezielten Manipulation von Daten. Es könnte womöglich um Polizeiwillkür gehen. Eine Expertin für Polizeicomputerprogramme sagte, dass der Mann aus Mali nicht den gleichen Namen hatte, wie der Syrer und dieses erst nachträglich gezielt geändert wurde. Es wurden Einzelangaben geändert. Dieses lässt darauf schließen, dass hier etwas vertuscht werden sollte. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun auch in diese Richtung.

    Kommentare

    Hauptsache weggesperrt.


    Die Situation der Gefangenen in Deutschland bleibt weitgehend unbeobachtet. Das Strafvollzugssystem ist ein in sich geschlossenes System, dass allenfalls Aufmerksamkeit findet, wenn gravierende Vorfälle geschehen. PrisonWatch durchbricht diese Schranken, indem auf die Situation der Gefangenen aufmerksam gemacht wird. In ausführlichen Berichten wird die Situation des Strafvollzuges dargestellt und ergangene Rechtsprechung besprochen und kommentiert.